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Das Baby lässt sich nicht ablegen

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Eine der Sorgen die Eltern am häufigsten äußern, ist dass sich ihr Baby tagsüber oder abends zum Schlafen nicht ablegen lässt. Es schläft nur am Arm ein, wird wach sobald sie es in die Wiege, ins Gitterbett oder den Stubenwagen legen und schläft erst wieder ein sobald es am Arm getragen wird.


Manche Ratgeber interpretieren dieses Verhalten des Babys als manipulativ oder trotzig. Es würde gegen das Gitterbett protestieren. Es ist richtig dass das Baby sich wehrt und protestiert: Es protestiert aber nicht gegen das Gitterbett, sondern gegen die Trennung von der Bezugsperson. Für viele Jahrtausende war es für Menschenbabies überlebenswichtig, dass ständig ein Erwachsener auf sie aufgepasst hat. Nur so war die zuverlässige Versorgung mit Nahrung sichergestellt, der Schutz vor Raubtieren gewährleistet und der kleine Körper davor geschützt zu sehr abzukühlen oder zu überhitzen.

Babys werden im Vergleich zu anderen Arten sehr unreif geboren. Die Kombination aus unserem großen Gehirn und dem schmalen Becken mit festem Beckenbodengeflecht, das wir für den aufrechten Gang benötigen macht es nötig dass Babys etwa 6-9 Monate „zu früh“ den Weg durch den Geburtskanal antreten müssen. Für die weitere Entwicklung ist aber weiterhin die enge körperliche Nähe eines Erwachsenen förderlich, die dabei unterstützt Herzschlag, Atmung und Körpertemperatur zu regulieren. Wenn dein Baby sich also nicht ablegen lässt und so deine Nähe einfordert, tut es das was es in seiner Entwicklung optimal unterstützt.


Dass Babys sich nicht ablegen lassen, ist ein seit vielen Jahrtausenden bewährtes Verhalten, das das Überleben unserer Spezies erfolgreich gesichert hat. Du machst als Mama oder Papa nichts falsch, und mit deinem Baby ist alles in Ordnung.


Es braucht ein Dorf

Während sich unsere Babys kaum verändert haben, hat sich unsere Gesellschaft umso mehr gewandelt. Wir leben nicht mehr in Gemeinschaften, in denen die Aufgaben rund um die Betreuung von Kindern auf viele Menschen aufgeteilt sind. Stattdessen ist unser Alltag oft geprägt von hektischer Betriebsamkeit und Perfektionismus. Wir erwarten von uns, den Haushalt in perfekter Ordnung zu haben, Foodblogger-würdiges Essen zu kochen, interessante Gesprächspartnerin und Liebhaberin für den oder die PartnerIn zu sein und die eigene Karriere voranzutreiben. Und das alles, während du ein kleines Baby mit großen Bedürfnissen betreust.


Liebe Mama: das ist Zuviel für eine Person.
Gib dir selbst die Erlaubnis, nicht perfekt zu sein!


Die Zeit mit einem fordernden Baby das sich nicht ablegen lässt ist nicht die Zeit für Perfektion. Die Ansprüche die dein Umfeld an dich stellt – und vor allem auch du an dich selbst – sind oft unglaublich hoch.

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Verwöhne ich mein Baby?

Oft wird jungen Eltern Angst gemacht, dass sie durch zu viel Aufmerksamkeit und Körperkontakt ihr Baby verwöhnen und verziehen würden. Diese Angst ist völlig unbegründet. Durch die Erfüllung eines Grundbedürfnisses – und das ist Körperkontakt für Babys! – kann es niemals zu Verwöhnen kommen. Studien haben sogar gezeigt, dass in Kulturen in denen Kinder viel und lange am Körper der Mutter getragen werden, Kinder mit 3 Jahren viel selbstständiger und unabhängiger sind, als in Kulturen in denen frühe Selbstständigkeit aktiv gefordert wird. Wenn du deinem Baby Körperkontakt ermöglichst wenn es sich nicht ablegen lassen will musst du also keine Angst haben es zu verwöhnen – du erfüllst einfach seine Bedürfnisse.

Zeit für Erholung – auch wenn das Baby sich nicht ablegen lässt

Diese Zeit in deinem Leben ist anstrengend. Wenn dein Baby am besten schläft während es auf dir liegt, nutze die Zeit selbst zur Erholung. Setzt euch in einen gemütlichen Schaukelstuhl, lies ein Buch oder sieh fern (so nah am Körper schlafen die meisten Babys so tief, dass sie das nicht stört). Du darfst die Zeit in der dein Baby auf dir schläft für dich nutzen!

(Bewegungs-)freiheit

Eine gute Tragehilfe oder ein Tragetuch kann das Leben mit einem so nähebedürftigen Mitbewohner unglaublich erleichtern. So kannst du dich frei bewegen, während dein Baby an dich gekuschelt schläft. Auch wenn das Baby sich nicht ablegen lässt hast du so beide Hände frei, um zu kochen, die Wäsche zu machen oder dich um andere Dinge zu kümmern. Auch wenn du unterwegs bist, ist eine Trage eine große Erleichterung und bringt viel Flexibilität bei Unternehmungen und Ausflügen.
Besonders wenn dein Baby viel weint, oder dir der Körperkontakt schon etwas zu viel ist, kannst du es auch auf dem Rücken tragen. Das schafft dir etwas mehr Distanz, dein Kind bekommt aber trotzdem den Körperkontakt den es braucht. Mit der richtigen Technik geht das auch schon mit ganz kleinen Babys.

Den richtige Zeitpunkt zum Ablegen des Babys finden

Anders als wir Erwachsene durchlaufen Babys eine aktive Schlafphase bevor sie in den Tiefschlaf fallen. Aus diesem aktiven Schlaf wachen sie oft bei geringen Störungen wieder auf. Oft ist es daher ganz einfach ausreichend, 10-20 Minuten abzuwarten um das Baby abzulegen. Du erkennst dass dein Baby in der Tiefschlafphase ist, weil es dann völlig entspannt und ohne Körperspannung ist.

Im Liegen

Oft klappt es gut, Schritt für Schritt vom Am-Körper-Tragen zum Nebeneinander liegen überzugehen. Du kannst – am Rücken liegend – dein Baby seitlich von dir auf euer Bett rutschen lassen, sobald es in der oben beschriebenen Tiefschlafphase ist. Nach und nach begleitest du dein Kind dann neben ihm liegend in den Schlaf. Oft wachen Babys, wenn sie alleine schlafen, allerdings nach 10-20 Minuten wieder auf. Ideal ist es natürlich, wenn du bei deinem Baby liegen bleiben kannst. Wenn dein Baby verinnerlicht, dass Mama/Papa immer da ist wenn es aufwacht, wird es anfangen, von selbst länger schlafen – weil es nicht „überprüfen“ muss, ob Mama/Papa da ist.

Stressfreies Aufwachen

Für dein Baby ist der Moment in dem es aufwacht und feststellt dass es alleine ist ein großer Stressmoment. Laut seinem evolutionären Programm ist das eine Situation in der es sich in höchster Lebensgefahr befindet. Vielleicht kannst du die Situation ganz vermeiden, in dem du im selben Raum bleibst in dem dein Kind schläft. Wenn du den Raum verlässt, ist es wichtig dass du möglichst rasch reagierst sobald dein Baby aufwacht und ihm mit viel Nähe und Körperkontakt Sicherheit vermittelst. Viele Babys lieben es übrigens, zum Aufwachen ausgiebig zu stillen! Wenn die Aufwachsituation über einen längeren Zeitraum für das Baby immer angenehm und entspannt verläuft, kann es im Lauf der Zeit verinnerlichen dass es gut aufgehoben ist – und wird sich nach und nach eher ablegen lassen.

Aufgaben teilen

Anthropologen bezeichnen uns Menschen als eine „kooperativ aufziehende Art“. Das heißt dass wir nicht dafür gemacht sind, dass die Verantwortung für die Betreuung eines Säuglings bei einer Person ganz alleine liegt. Es muss nicht bei jedem Schläfchen die Hauptbetreuungsperson sein, die dem Baby Nähe und Körperkontakt schenkt. Dein(e) PartnerIn kann das genauso gut machen wie du. Wenn du während der Woche alleine zu Hause bist, bitte ihn oder sie darum, an den Wochenenden Spaziergänge mit dem Baby in der Trage zu unternehmen. Wenn du keine Erholungspausen finden kannst während dein Baby schläft, nutze Wachphasen, in denen Oma, Tante oder Nachbarn mit deinem Kind spielen.

Ein Ende in Sicht: ab wann lässt sich dein Baby ablegen?

Der Aufbau der Eltern-Kind-Bindung passiert im ersten Lebensjahr überwiegend über die Sinne und benötigt daher viel Nähe und Körperkontakt. Je mehr Geborgenheit du deinem Baby in dieser Zeit schenken kannst, umso besser und aktiver wird es selbstständig und unabhängig von dir werden sobald es in seiner Entwicklung soweit ist. Bei den allermeisten Babys ist das spätestens mit Ende des ersten Lebensjahres soweit, dass sie sich besser ablegen lassen und ihre Schläfchen nach einer schönen Einschlafbegleitung auch ohne dauernde Nähe eines Erwachsenen halten. Voraussetzung dafür ist, dass sich in den Monaten davor ein wohliges, sicheres Gefühl rund um das Thema Schlaf entwickeln hat können.

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Wenn du für dich selbst einen Weg erarbeiten möchtest, wie du deinen Tag meistern kannst – mit einem Baby das sich nicht ablegen lässt – schau dir das Workbook an das ich für dich vorbereitet habe:

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