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Kinder die nicht schlafen wollen: Wenn die Einschlafbegleitung zur Geduldsprobe wird

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Ein Dauerbrenner in der Schlafberatung: das Kind will und will abends nicht einschlafen. Die Einschlafbegleitung zieht sich über Stunden, die Nerven aller beteiligten liegen blank. Aus dem Umfeld kommen – teils widersprüchliche – Ratschläge und Tipps wie die Situation am besten zu lösen sei. Aber wie lange brauchen Kinder eigentlich soviel Unterstützung beim einschlafen? Und wie kann das für alle Beteiligten angenehm gestaltet werden?

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Vorab: Es ist ganz normal dass Babies und Kleinkinder Unterstützung in Form einer Einschlafbegleitung brauchen. In der bedürfnisorientierten Schlafberatung geht man davon aus, dass die meisten Kinder ab ca. 3 Jahren auf kindgerechtem Weg lernen können selbstständig, ohne Hilfe, einzuschlafen.

Wenn die Einschlafbegleitung sehr lange dauert kann das für alle Beteiligen zur Belastungsprobe werden. Dabei lassen sich viele mögliche Einflussgründe dafür mit Flexibilität und Bewusstsein für den  kindliche Entwicklungsstand gut verändern:

Bio-Rhythmus

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Die Schlafenszeiten passen nicht zum Bio-Rhythmus des Kindes, d.h. es ist noch nicht müde, oder schon völlig übermüdet und aufgedreht. In diesem Fall ist es sinnvoll, die Schlafenszeiten so anzupassen dass sie zum Schlafbedarf passen. Es ist zB kein in Stein gemeißeltes Gesetz, dass Kinder um 19:00 Uhr abends zu Bett müssen. Für ganz viele Kinder ist das auch tatsächlich zu früh. Es kann eine unglaubliche Erleichterung für die Familie sein, das Kind hier mehr mitbestimmen zu lassen. Als Anekdote: Unsere Tochter sagt fast immer selbst, wenn sie ins Bett möchte. In 90% aller Fälle stille ich sie dann in den Schlaf – wenn ich nicht da bin, bringt sie Papa oder dem Babysitter die Trage, damit sie so in den Schlaf geschaukelt wird 🙂 Genau das ist altersentsprechende Autonomie.

Schlaf als Trennungssituation

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Schlaf ist für Kinder die ultimative Trennungssituation. In der kindlichen Entwicklung gibt es immer wieder Phasen mit verstärkter Trennungsangst – und das kann sich natürlich auch auf den Schlaf auswirken! Ein schöner Weg einem Kind über Trennungsängste hinwegzuhelfen, ist eine Weile das Kind nie(!) in die Situation kommen zu lassen, dass es alleine aufwacht. So kann das Kind die Sicherheit finden, dass Mama & Papa während es schläft aufpassen und da sind. Sobald das verinnerlicht ist, wird das Einschlafen oft schlagartig wieder einfacher und die Einschlafbegleitung für alle Beteiligten angenehmer und kürzer.

Zeit mit den Eltern

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Wenn Kinder so gar nicht einschlafen wollen, liegt es manchmal auch daran dass sie ihr Bedürfnis nach “Quality Time” mit den Eltern erfüllen möchten. Wenn tagsüber im Alltagstrubel wenig Raum für Exklusivzeit mit dem Kind bleibt, muss abends vor dem Schlafen der Bindungstank noch befüllt werden. Gerade abends liegt ein schwieriges Einschlafen mit lange dauernder Einschlafbegleitung auch oft daran, dass Papa gerade dann aus der Arbeit heimkommt wenn das Kind ins Bett gehen soll. Hier wäre ein Ansatz, ausreichend Bindungs- und Qualitätszeit tagsüber mit Papa zu schaffen, entweder gleich morgens, oder eben durch späteres Zubettgehen.

Entspannte Einschlafbegleitung

Wenn das Einschlafen bzw. die Einschlafbegleitung über einen längeren Zeitraum sehr mühsam ist, entsteht auch oft ein kleiner Teufelskreis. Um zu entspannen und zur Ruhe zu kommen, sind Kinder nämlich auf einen entspannten, ruhigen Erwachsenen angewiesen. Dass das nicht immer einfach ist, ist absolut verständlich und nachvollziehbar! Hilfreich kann es hier sein, die Zeit der Einschlafbegleitung für sich selbst nutzbar zu machen. Je nach Geschmack bieten sich hier z.B. Hörbücher , Podcasts, Atemübungen, Meditationen, etc. an.

Ein Blick in andere Kulturen

In vielen naturnäher lebenden Kulturen ist das Einschlafen von Kindern überhaupt kein Problem – weil Mamas tagsüber ausreichend Entlastung haben damit sie die “Me-Time” und die Zeit mit dem Partner nicht abends nach der Einschlafbegleitung nachholen müssen. Das führt dazu dass die Mütter oft abends gleich mit den Kindern zu Bett gehen, die Kinder keine Trennungssituation mit dem Schlafen assoziieren, und die Einschlafbegleitung nicht unter Zeitdruck stattfindet. Mit unserer Gesellschaft lässt sich das oft schwer vereinen – als Denkanstoß möchte ich es hier aber mitgeben.

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